1555: Clément Janequin

Die fünfstimmige Chanson La Guerre von Clément Janequin hat die Schilderung der Schlacht bei Marignano zum Gegenstand und imitiert in der lautmalerische Elemente das Trommel- und Querpfeifenspiel.Hinweis im Buch 'Trommeln und Pfeifen' von Georg Duthaler, aus dem auch dieser Beitrag stammt (S.28)

Vom selben Komponisten ist uns aus dem Jahre 1555 eine weitere fünfstimmige Chanson erhalten, die die Belagerung von Metz durch die Truppen Karls V. im Jahre 1552 nachzeichnet:

La Bataille de Mets. 468:

In Paris bei N. du Chemin erschienen. Neuausgabe, ed- A. Tillman Merritt/François Lesure: Clément Janequin, Chansons polyphoniques, vol. 6. Monaco 1971, Nr. 235; die Notenbeispiele auf S. 87 ff.


Im Verlaufe des Kriegsgeschehens tauchen von Takt 61 an Instrumentenbezeichnungen auf die eng damit zusammenhängen: Le phifre (in zwei Oberstimmen), Tabourin de Suisse (in zwei Unterstimmen) und Cleron (Mittelstimme). In Takt 65 verstummt der Cleron, und es kommt eine dritte Trommel hinzu. Mit der Aufforderung alarme (zu den Waffen!) und charge (Angriff) schweigen phifres und Trommeln, um im weiteren Verlauf wieder eingesetzt zu werden. Mit den genauen Bezeichnungen phifre und Tabourin de Suisse liegt hier

insofern eine einzigartige Quelle vor, als sowohl hinsichtlich der Funktion der beiden Instrumente als auch in bezug auf deren klangliche Möglichkeiten gewisse Rückschlüsse gezogen werden können:Der erste 'fifre' (im Sopranschlüssel) umfasst die Töne c1-g2, der zweite (im Altschlüssel) g-g1, was der Diskant- und Altlage der Instrumente bei Agricola und den Angaben in den Tabellen II bis IV von Anne Smith entspricht: S. 28 und S. 64-69. Wieweit dies Absicht oder Zufall ist, muss offen bleiben.