12. Jahrhundert: Herkunft aus dem Osten


Das Byzantische Reich 12./13. Jahrhundert

Aufgrund ikonographischer Quellen ist anzunehmen, dass die Querflöte vermutlich im frühen 12. Jahrhundert von Byzanz nach Deutschland gelangt ist und sich von dort aus in Westeuropa verbreitet hat, während kleine Kesselpäuklein und zylindrische Trommeln im 12. Jahrhundert durch die Kreuzzüge aus dem arabisch-persischen Raum nach Europa gebracht worden sind; grosse Kesselpauken sind erst im späten 15. Jahrhundert nachzuweisen. Die Verbindung von Längsflöte (Einhandflöte) und Trommel (Galoubet und Tambourin) - hier werden beide Instrumente von einem einzigen Spieler gleichzeitig betätigt - scheint im provenzalischen Einflussgebiet bereits im 13. Jahrhundert institutionalisiert zu sein.


Im 14. Jahrhundert belegen verschiedene Zeugnisse, dass die Kombination des Melodie-Instruments Flöte mit dem Rhythmus-Instrument Trommel das Marschieren der Söldner unterstützt bzw. begleitet hat. Einhandflöte und Trommel in den Händen eines einzelnen Spielers stellen offenbar die ältere Tradition dar als Querpfeife und Trommel, die von zwei Personen gespielt werden und in der Frühzeit vor allem für den deutschen Raum bezeugt sind.Curt Sachs, Handbuch der Musikinstrumentenkunde. Leipzig 1930 (Reprint Wiesbaden 1974). Vor allem S. 97-100 Da im vorliegenden Zusammenhang die Längsflöte des «Einmann-Ensembles» nicht von Belang ist und nur die Querpfeife interessiert, soll im folgenden das von zwei Ausführenden gebildete Ensemble von Querpfeife und Trommel anhand musiktheoretischer Quellen weiterverfolgt werden.Über die Verwendung von Einhandflöte und Trommel und über das Instrumentarium siehe Hoffmann-Axthelm, S. 99ff.

weiter